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Fragebögen werden in der Szene oft als etwas bürokratisches, formelles abgetan, womit nur Leute spielen, die einen speziellen Fetisch dafür haben, und wo das Ausfüllen/Lesen im Vordergrund steht, weniger die daraus gewonnenen Informationen.
Nun, ein 'Informationsfetisch' mag zwar dabei helfen, überhaupt erst auf die Idee zu kommen und anschließend selber Fragebögen zu entwickeln, aber dies ist ein Vorurteil!
Genauer betrachtet, bieten Fragebögen eine unvergleichliche und
unersetzliche Methode, den Phantasien und Vorstellungen des sub-Parts näher zu kommen
(Ah, ich höre schon die Unkenrufe, natürlich können Fragebögen keine offenen
Gespräche zwischen den Partner ersetzten, wer dies glaubt und so praktizieren
möchte, sollte nicht nur die Finger von einer SM-Beziehung lassen, er sollte die Finger
von jeder Beziehung lassen!).
Auf der einen Seite ist der sub gezwungen, sich mit den vielfältigsten Phantasien und
Spielarten auseinanderzusetzen (und sich dabei auch Gedanken über sich selbst zu machen,
was will er ... wie will er ...), weitaus tiefer, als in einem normalen Gespräch, weil er
sie konkret einordnen und bewerten muß, dies aber zunächst für sich alleine in Ruhe tut
kann.
Auf der anderen Seite bieten sie aber auch eine gute Möglichkeit, den
Partner an für ihn neue Themengebiete heranzuführen, indem gerade zu diesem Thema Fragen
kommen, die sich nicht mit Zahlen beantworten lassen, wo der sub sich Gedanken über die
Durchführung, die Regeln, die Möglichkeiten, etc. einer Spielart machen muß.
Damit ist oft schon eine Hemmschwelle abgebaut, denn man fürchtet bekanntlich das am
meisten, von dem man keine Vorstellung hat.
Die Fragebögen mit den numerischen Bewertungen schließlich sagen an sich nicht viel aus, sie schaffen als Einzelstück höchstens eine Momentaufnahme der Stimmung und der Möglichkeiten. Interessant werden sie erst, wenn sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig ausgefüllt werden, dann bilden sie ein Bild, was über die Tagesbefindlichkeit geht, sie zeigen einen Verlauf, der die Veränderungen in den Interessen klar abbilden kann, oft bevor Top oder sub es selber bemerken.
Für Neugierige, hier mal ein paar (praktisch ausprobierte) Muster
Techniken 1
Hat in einer vergangenen Beziehung meine sub das erste halbe Jahr monatlich ausgefüllt,
später dann so 1/4jährlich, gibt einen schönes Bild über Veränderungen, wenn man alte
und aktuelle Versionen mal vergleicht. Enthält eigentlich nur Praktiken, die für mich in
Frage kommen.
Techniken 2
Wurde so 2-3 Mal ausgefüllt, enthält auch Praktiken, die mich weniger interessieren oder
von denen ich ausgegangen bin, das sie sie nicht interessieren. Ziel war es,
Entwicklungsmöglichkeiten zu finden, auf die wir beide aufgrund der selektiven
Wahrnehmung des anderen nie gekommen wären.
Fragebogen/Prüfung
Während einer 2monatigen Geschäftsreise von mir nach rd. einem halben Jahr Beziehung,
Ziel war es, zum einen einfach mal Wissen abzufragen (mit kleinen Gemeinheiten aus
'Enterprise' :-), zum anderen aber auch einen Überblick über viele generelle Dinge und
Einstellungen zu bekommen, die sich so explizit in Gesprächen nur ungenau klären lassen
bzw. sie zu Zwingen, über Einstellungen nachzudenken und aufzuschreiben.
Kurzversion
So rund ein Jahr nach dem obigen, zum einen um Veränderungen in den Grundeinstellungen
festzustellen, zum anderen als Anfang, um sie auf das Thema Ponygirl hinzuführen.
Spielstil
Leider noch nicht von mir real angewandt. Dieser Bogen bewertet keine Praktiken,
sondern versucht mit Multiple-Choice-Fragen den Standpunkt innerhalb des großen Feldes
BDSM zu ergründen. Ein sehr interessanter Ansatz, das Original stammt von Sir George, die Übersetzung von John.
SM-Test
Na ja, und wenn das alles nichts hilft, kann man hier dann feststellen, ob
man überhaupt SMler ist :-)
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